Leonardo

Integrierte Mikrosysteme haben in den vergangenen Jahren einen beachtlichen Innovationsschub in der Mikroelektronik ausgelöst. Als Alleskönner auf kleinstem Raum erkennen und verarbeiten sie zum Beispiel elektrische, optische, akustische oder mechanische Informationen und setzen sie in entsprechende Steuerungsbefehle um. Zwar gibt es schon seit längerem Standardhandlingmaschinen für den Test von ICs, allerdings sind diese nur in der Lage, die elektrischen Funktionen der Mikrosysteme zu testen. Die Vielseitigkeit der Mikrosysteme erfordert dagegen einen völlig neuen Ansatz bezüglich der Funktionalität eines Test-Handlers.

Das wesentliche Merkmal von Leonardo ist die Möglichkeit, die Mikrosysteme vollständig, das heißt auch physikalisch, testen zu können. Dazu verbindet Leonardo ein standardisiertes Handling der Mikrosysteme mit einem produktspezifischen Testbereich. In diesem Testbereich können die produktspezifischen Testaufbauten in wenigen Minuten reproduzierbar umgerüstet werden.

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Die Zuführung der zu testenden Bauteile (DUT) kann im Tray, in Stangen oder Inline erfolgen. Das Transportsystem ist für eine Bauteilhöhe von bis zu 100 mm ausgelegt, so dass auch größere Bauteile oder ganze Systeme transportiert werden können. Zwei parallele, breitenverstellbare Transportbänder erlauben eine Trennung nach dem Test, so dass Bauteile, die den Test nicht bestehen, aus dem Fertigungsprozess ausgeschleust werden können.

Transport

Für den Transport zur Teststation wird ein Pick & Place-Roboter eingesetzt, der alle Gehäuseformen mit Vakuumsauger, pneumatischen oder elektrischen Greifern transportieren kann. Auf dem Weg zur Teststation kann die Lage der DUT mit einer Justagekamera vermessen werden, um ein präzises Absetzen (+/- 50 µm) in den Testsockel zu garantieren.

Testbereich

Der Testbereich ist mit ca. 700x550x950 mm (BxLxH) großzügig dimensioniert, denn die Vielfalt der Mikrosysteme erfordert, dass der Testbereich jeweils produktspezifisch aufgebaut wird. Dazu stellt Leonardo Versorgungsanschlüsse (Niederspannungen, Druckluft, Vakuum) bereit, sowie programmierbare digitale Ein- und Ausgänge, die während des Transports der DUT geschaltet bzw. gelesen werden können. Dies ermöglicht vorbereitende Maßnahmen auf der Teststation, wie z. B. Öffnen und Schließen des Testsockels. Mit Hilfe von Kameras können die DUT nach dem Platzieren im Testsockel in eine definierte Position gebracht werden.

Software

Die mehrsprachige, graphische Benutzeroberfläche erlaubt eine intuitive Bedienung bei gleichzeitig größtmöglicher Konfigurationsfreiheit. Die produktspezifischen Parameter und Module werden in einer Projektdatei abgelegt, wobei die Anzahl der möglichen Projektdateien nicht limitiert ist.

Eine automatische Erkennung der installierten Module gehört ebenso zum Leistungsumfang wie die Gewährleistung der Systemsicherheit durch drei Benutzerebenen und eine passwortgeschützte Anmeldung.

Tester Interface

Der Anschluss eines externen Testers erfolgt wahlweise binär über ein TTL-Interface, seriell über RS232, oder über eine Ethernet-Verbindung (TCP/IP).

Vom Tester gelieferte Ergebnisse können in einer ASCII-Datei, oder kundenspezifisch in einer Datenbank abgelegt werden. Leonardo ist mit einer USV ausgerüstet. Aktuelle Testergebnisse gehen deshalb nicht verloren, sondern werden gespeichert, bevor das Programm beendet wird.

Marking

Zur Kennzeichnung der getesteten Bauteile steht ein Etikettenspender zur Verfügung. Mit diesem können bis zu 8 unterschiedliche Etiketten zur BIN-Klassifizierung der Bauteile genutzt werden. Das modulare Konzept von Leonardo erlaubt aber auch die kundenspezifische Integration anderer Marking-Systeme/-Methoden.